Griechenbild in den Tusculanen
In seinen Tusculanae Disputationes liefert Cicero einen ergiebigen Fundus an Aussagen, die bei der Interpretation seines Griechenbildes hilfreich sind. Im Besonderen sind dabei die Proömien des ersten und des zweiten Buches zu untersuchen, in denen er sich eingehend mit Griechenland und seinem Verhältnis zu Rom auseinander setzt. Zu Ciceros Proömien ist im Voraus zu sagen, dass sie nicht notwendigerweise zu dem Werk, dem sie vor anstehen, verfasst sind, sondern der Autor einen Vorrat an Proömien hatte, auf den er bei Bedarf zurückgriff. Cicero erklärt uns diese seine Vorgehensweise in einem Brief an seinen Freund Atticus [11].
Für die Interpretation bedeutet dies, dass Proömien vergleichsweise unabhängig vom Hauptteil eines Werkes gelesen werden können, wenn sie untereinander, wie von Cicero selbst beschrieben, offensichtlich sogar austauschbar sind. Zudem darf seine Form und sein Inhalt als dem Verfasser besonders wichtig angesehen werden, denn ein eigens zusammengestelltes volumen prohoemicorum lässt darauf schließen, dass er sich darin Themen annimmt, denen er nachdrückliche Aufmerksamkeit zukommen lassen will, und die er deshalb an diese exponierten Stellen setzt. Vor diesem Hintergrund sollen nun die Tusculanen auf das darin enthaltene Griechenbild betrachtet werden.
Weiterlesen: Proömium des ersten Buches
Anmerkungen:
[11] vgl. Cic. Att. 16, 6, 4:
de gloria librum ad te misi, et in eo prohoemium id quod est in Academico tertio. id evenit ob eam rem quod habeo volumen prohoemiorum. ex eo eligere soleo cum aliquod ????????? institui.
Ich habe dir das Buch De Gloria geschickt, und darin das Proömium, das sich auch im Academicum Tertium befindet. Das ist deswegen geschehen, weil ich eine Sammlung von Proömien habe. Aus dieser pflege ich eines zu wählen, wenn ich irgendein Buch beginne.